Kieferhöhlenoperation

Eine Operation der Kieferhöhlen ist notwendig, wenn die medikamentöse Therapie nicht genügend wirksam ist oder wenn sich gutartige Tumoren (Polypen) finden. Der Eingriff kann in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose erfolgen.

Bei einer Kieferhöhlen-Operation durch die Nase (endonasale Operation) erfolgt von der Nasenhöhle aus eine Aufweitung der schmalen Verbindung zwischen mittlerem Nasengang und Kieferhöhle. Ebenfalls möglich ist das Anlegen eines Knochenfensters vom unteren Nasengang aus. Über ein feines optisches Instrument (Endoskop) oder unter Sicht durch ein Mikroskop können Schleimhautwucherungen (Polypen), Zysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume) und weitere Veränderungen entfernt werden. Im Anschluss wird häufig eine Tamponade in die Nase eingeführt, um Blut und Wundsekret aufzufangen. Die Tamponade kann meist nach zwei Tagen wieder gezogen werden. 
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Bei der Operation durch den Mundvorhof wird aus der vorderen knöchernen Wand der Kieferhöhle ein Stück entfernt, um einen unmittelbaren Zugang zu erhalten. Von dort aus können unter direkter Sicht in die Kieferhöhle Gewebeveränderungen entfernt werden. Am Ende des Eingriffs wird eventuell der Knochendeckel wieder eingesetzt.

Zum Verschließen einer Verbindung zwischen Mundraum und Kieferhöhle zum Beispiel nach Zahnkrankheiten und Zahnentfernungen wird in der Regel umliegende Schleimhaut verwendet. Es kann zeitweise eine Verbandplatte aus Kunststoff zum Abdecken der Wunde an den umgebenden Zähnen befestigt werden.

In vielen Fällen wird eine solche Verschluss-OP in Verbindung mit einer Kieferhöhlen-OP vorgenommen. Dies ist dann sinnvoll, wenn zusätzlich zu der Öffnung zwischen Mundhöhle und Kieferhöhle eine Kieferhöhlenentzündung oder eine große Kieferzyste (flüssigkeitsgefüllter Hohlraum im Kiefer) besteht. Auch bei Zahnanteilen in der Kieferhöhle werden die Maßnahmen entsprechend kombiniert.